GarnRechner

Garn aufbewahren

Trocken, dunkel, sortiert: So übersteht Ihr Garnvorrat Jahre ohne Qualitätsverlust – und Sie finden alles wieder.

Ordentlich sortierter Garnvorrat in einem hellen Regal

Du hast die perfekte Anleitung gefunden, und dann das: eine Wand aus Abkürzungen, Zahlen in Klammern und ein Diagramm voller Symbole. Viele Strickerinnen und Stricker geben an dieser Stelle auf, dabei folgt jede Anleitung derselben Logik. Wer die Grundbegriffe, die Klammerlogik und die Strickschrift einmal verstanden hat, kann praktisch jede Anleitung lesen. Dieser Ratgeber macht dich fit dafür. Stricken und Sticken ergänzen sich gut: Wer seine fertigen Stücke zusätzlich verzieren will, findet in der Stickanleitung für Einsteiger die passenden Grundstiche.

Die wichtigsten Abkürzungen

Deutsche Anleitungen nutzen weitgehend einheitliche Kürzel. Diese solltest du kennen:

KürzelBedeutungErklärung
MMascheDie Grundeinheit: jede Schlinge auf der Nadel
R / RdReihe / RundeReihe beim Hin- und Herstricken, Runde beim Rundstricken
re / lirechts / linksRechte und linke Maschen, die Basis aller Muster
UUmschlagFaden um die Nadel legen, ergibt ein Loch und eine Zunahme
zus.str.zusammenstrickenZwei Maschen als eine abstricken, eine Abnahme
wdh.wiederholenDen Abschnitt in Sternchen oder Klammern wiederholen
MSMustersatzDie Maschengruppe, die sich im Muster wiederholt
RMRandmascheErste und letzte Masche jeder Reihe

Klammern und Größenangaben lesen

  1. Größen in Klammern: Steht da 96 (104) 112 M, gilt die erste Zahl für Größe S, die zweite für M, die dritte für L. Markiere dir deine Größe farbig in der gesamten Anleitung, das verhindert Verwechseln.
  2. Sternchen und Wiederholungen: *2 re, 2 li; ab * wdh. bedeutet: Stricke 2 rechte und 2 linke Maschen und wiederhole diese Folge bis zum Reihenende.
  3. Eckige Klammern: [2 M re zus.str.] 3x heißt: Stricke 2 Maschen rechts zusammen und wiederhole genau diesen Vorgang dreimal.
  4. Reihenzähler führen: Hake jede gestrickte Reihe ab oder nutze einen Reihenzähler. Bei Musterrapporten ist das der Unterschied zwischen Gelingen und Auftrennen.
Tipp: Lies die Anleitung vor dem Start einmal komplett durch, inklusive aller Hinweise am Ende. Viele Fehler passieren, weil eine wichtige Anmerkung zur Maschenprobe oder zu den Größen überlesen wurde.

Strickschrift (Charts) verstehen

Die Strickschrift stellt das Muster als Diagramm dar: Jedes Kästchen ist eine Masche, jede Zeile eine Reihe. Die Legende erklärt die Symbole. Wichtigste Regeln: Bei Hinreihen liest du von rechts nach links, bei Rückreihen von links nach rechts. In Runden, etwa bei Socken oder Mützen, liest du jede Runde von rechts nach links, weil du immer auf der Vorderseite arbeitest. Markiere deine aktuelle Reihe mit einem Magnetlineal oder Post-it, damit du nicht verrutschst.

Die Maschenprobe: der ungeliebte Pflichtschritt

Fast jede Anleitung nennt eine Maschenprobe, zum Beispiel 22 M x 30 R = 10 x 10 cm. Stricke ein Probestück von etwa 15 x 15 cm, wasche und trockne es wie das fertige Stück und miss dann aus. Weicht deine Probe ab, wechsle die Nadelstärke: zu viele Maschen auf 10 cm bedeuten zu fest gestrickt, also eine halbe Stärke größer wählen. Dieser Schritt entscheidet darüber, ob der Pullover am Ende passt.

Materialbedarf richtig berechnen

Die Anleitung nennt den Garnverbrauch meist in Gramm oder Knäueln einer bestimmten Lauflänge. Strickst du mit anderem Garn, rechne um: Der Knäuelbedarf-Rechner ermittelt aus deiner Maschenprobe und den Maßen, wie viele Knäuel du wirklich brauchst, und mit dem Lauflängen-Umrechner vergleichst du Garne unterschiedlicher Lauflängen. Kaufe immer ein Knäuel mehr als berechnet, am besten mit derselben Farbpartie.

Auftrennen ohne Drama

Jeder strickt mal falsch. Wie du Fehler elegant korrigierst:

  1. Fehler sofort beheben: Je früher du einen Fehler bemerkst, desto weniger musst du auftrennen. Kontrolliere dein Strickstück regelmäßig.
  2. Lifelines einziehen: Ziehe nach jedem Musterrapport einen kontrastfarbenen Faden durch alle Maschen einer Reihe. Beim Auftrennen rutscht nichts weiter als bis zur Lifeline.
  3. Masche für Masche zurück: Bei kleinen Fehlern strickst du rückwärts, Masche für Masche. Langsam, aber sicher.
  4. Gezielt auftrennen: Bei größeren Fehlern ziehe die Nadel heraus und ribbel bis vor die fehlerhafte Stelle. Setze die Maschen dann sorgfältig wieder auf, keine verdreht.
  5. Ruhe bewahren: Auftrennen gehört dazu und ist kein Scheitern. Jedes aufgetrennte Stück strickst du beim zweiten Mal schneller und besser.

Maschenprobe richtig messen

  1. Groß genug stricken: Stricke mindestens 15 x 15 cm, damit die Randmaschen das Ergebnis nicht verfälschen. Die Anleitung nennt meist 10 x 10 cm als Messbereich.
  2. Waschen und trocknen: Behandle die Probe wie das fertige Stück: Waschen, trocknen, dann messen. Viele Garne verändern sich dabei deutlich.
  3. In der Mitte messen: Lege das Maßband in die Mitte der Probe, nicht am Rand. Zähle Maschen und Reihen auf 10 cm und vergleiche mit der Anleitung.
  4. Notieren: Schreibe Nadelstärke, Garn und Ergebnis auf. Beim nächsten Projekt mit demselben Garn sparst du dir das Rätselraten.

Weicht deine Probe ab, ändere die Nadelstärke statt der Maschenzahl: So bleibt das Muster der Anleitung erhalten und die Größe stimmt trotzdem.

Häufige Fragen

Was bedeutet 2 M re verschränkt?

Du strickst die Masche rechts ab, stichst dabei aber ins hintere Maschenglied ein. Das verdreht die Masche und ergibt ein festeres, plastischeres Maschenbild, zum Beispiel bei Zöpfen.

Wie lese ich Charts bei Rundstricknadeln?

Beim Stricken in Runden arbeitest du immer auf der Vorderseite, also liest du jede Chartzeile von rechts nach links. Bei Hin- und Herstricken dagegen Hinreihen von rechts nach links und Rückreihen von links nach rechts.

Meine Maschenprobe stimmt nicht, was nun?

Wechsle die Nadelstärke in halben Schritten und stricke eine neue Probe. Ändere niemals die Maschenzahl der Anleitung nach Gefühl, das verzerrt das gesamte Muster.

Was tun bei einem Fehler Reihen weiter unten?

Bei kleinen Fehlern in unauffälliger Stelle kannst du eine Masche gezielt fallen lassen und mit einer Häkelnadel wieder hochhäkeln. Bei größeren Fehlern trenne bis zur fehlerhaften Reihe auf und setze die Maschen sauber wieder auf die Nadel.